Die medizinische Wirkung durch die Anwendung einer Schallzahnbürste

Was sind Schallzahnbürsten?

Schallzahnbürsten haben wenig mit der Ultraschallreinigung gemeinsam. Denn es handelt sich hierbei lediglich um Zahnbürsten, welche der elektrischen Zahnbürste sehr ähnlich sind. Lediglich die Anzahl der Schwingungen ist hier höher als bei elektrischen Zahnbürsten. Die Frequenz der Schwingungen ist bei Schallzahnbürsten zehnmal höher als bei konventionellen elektrischen Zahnbürsten. Außerdem unterscheiden sie sich in der Art der Bürstenkopfbewegung, wodurch ein hydrodynamischer Reinigungseffekt entsteht.

Wie wirken Schallzahnbürsten?

herkoemmliche ZahnbürsteDie hohe Frequenz der Schallzahnbürste führt zu ihrer besonderen Reinigungskraft. Der Borstenkopf schwingt mit etwa 30.000 bis 40.000 Schwingungen pro Minute. Zusätzliche Seitwärtsbewegungen sorgen nicht nur für einen reinigenden Effekt, sondern sollen dazu beitragen, dass der Ionenaustausch der Wirkstoffe fördern. Dieses soll einen positiven Effekt auf das Zahnfleisch haben. Durch die hohen Schwingungen wird ein hydrodynamischer Effekt beobachtet: die Fließgeschwindigkeit des Speichel-Zahnpasta-Gemischs erhöhe sich und komme dadurch besser an unzugängliche Stellen, wie die Zahnzwischenräume.

Die Wirkung in der Übersicht:

  • subgingivale Plaqueentfernung und Entfernung von Plaque im Inderdentalraum durch hydrodynamische Scherkräfte
  • bessere Reinigungswirkung als Handzahnbürsten und andere elektrische Zahnbürsten, da Schallzahnbürsten die
    Interdentalräume besser erreichen und so den bakteirellen Biofilm (Plaque) lockern, entfernen und zerstören
  • Reduktion von Zahnfleischentzündungen und Plaque, durch die erhöhte Frequenz der Schwingungen und weniger Drucklast auf Zähnen und Zahnfleisch
  • Beseitigung von Verfärbungen durch Kaffee, Tee, Rotwein und Nikotin bei geringer Abrasivität
  • hydrodynamischer Effekt: ein besseres Vordringen der Wirkstoffe der Zahnpasta führt zur Vorbeugung von Parodontose. Das Speichel-Zahnpasta-Gemisch dringt dabei bis in den Sulcusbereich der Zahnfleischtaschen vor
  • besonders bei einer eingeschränkten Handmotorik ermöglicht die Schallzahnbürste, durch die hohen Schwingungen, eine
    bessere Reinigungsleistung als Handzahnbürsten oder konventionelle elektrische Zahnbürsten
  • freiliegende und empfindliche Zahnhälse werden schonendere gereinigt (weniger Druck + hydrodynamischer Effekt)

Kritik an der Schallzahnbürste

An der Universität Münster wurden Tests an einem Putzroboter ausgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass schneller nicht auch besser ist. Dadurch dass bei festem Aufdrücken die Schwingungen der Schallzahnbürste nachlassen, sollen diese besonders schonend sein. Allerdings lässt zu wenig Druck die Borsten stärker Schwingen, so dass auch hierdurch Schäden an Zahnfleisch und an den Zahnhälsen möglich sind. Kritisiert wurde dies von Dr. Markus Kaup aus der Poliklinik für Zahnerhaltung in Münster. Auch der hydrodynamische Effekt, der Flüssigkeitsströmung vom Speichel-Zahnpasta-Gemisch, im Mund und der damit verbundenen Reinigung schwer zugänglicher Interdentalräume sei nicht belegt (Vgl.: http://www.zahnwissen.de/frameset_spezial.htm?~mundhygiene.htm). Des weiteren wird kritisiert, dass der klinische Effekt, bezüglich der Plaqueentfernung, bei der Benutzung von Schallzahnbürsten kaum größer sei, als bei der Nutzung herkömmlicher Handzahnbürsten. Nach aktuellen Datenlagen beschränkt sich der Effekt höchstens auf den äußersten subgingivalen Millimeter.

Kritisiert wird zudem, dass bisher kaum klinische Untersuchungen vorliegen, welche überprüfen inwiefern Patientengruppen, wie zum Beispiel solche mit einem erhöhtem Kariesrisiko, von dem Gebrauch einer Schallzahnbürste profitieren würden. Trotz fehlender Studien und der genannten Kritik kann die Verwendung der Schallzahnbürste von Vorteil sein, vor allem für motorisch eingeschränkte, oder weniger geschickte Patienten. Die Rüttelbewegungen, die nötig sind um die Zähne erfolgreich zu reinigen, werden durch die Schwingungen der Schallzahnbürste vereinfacht. Zudem sind sie besser geeignet für Patienten mit freiliegenden Zahnhälsen, aufgrund der Abrasionswirkung.